Sechzig - Sechzig
Es lichtet auf dem Haupte das Geflecht sich,
so mancher Zahn erweist als nicht mehr echt sich,
und auch das Augenlicht allmählich schwächt sich:
Sechzig – sechzig.
Auch wenn man fühlt im Teich als toller Hecht sich,
die Zeit ist um, wo straflos man bezecht sich.
Ja, mancher Überschwang sehr rasch nun rächt sich:
Sechzig – sechzig.
Man fühlt behämmert wie der Baum vom Specht sich,
im Kopf da findet oft man nicht zurecht sich,
wenn man mal nichts vergisst, dann freut man echt sich:
Sechzig – sechzig.
Nach Sonne, Jugendkraft und Wärme lechz' ich,
plagt mich der Ischias gar sehr, dann ächz' ich,
heb ich ein Lied zu singen an, dann krächz' ich:
Sechzig - sechzig.
Und doch, beurteilt man einmal gerecht sich,
so findet wirklich man nicht gar so schlecht sich.
Und meckert einer, sagt man: "Der erfrecht sich,
der Lümmel werde selbst doch erst mal sechzig.
(Autor unbekannt)
Wer alt wird
Wer _____ wird, ist selber Schuld!
Man braucht dazu sehr viel Geduld
und guten - oder bösen - Willen,
sowie unzählig viele Pillen
und auch Vertrauen himmelwärts,
und schließlich auch ein gutes Herz.
Was sich so mit dem Alter paart,
sind Mängel sehr verschiedener Art,
die uns die Laune oft verderben,
an jenen wir jedoch nicht sterben.
Der Grundsatz, besser sein als scheinen,
ist gar kein Trost bei steifen Beinen.
Der Rücken schmerzt, das Knie ist steif,
so wird man weiter abbruchreif.
und dann - zum Teile oder ganz -
schrumpft auch noch die Gehirnsubstanz,
was man zunächst dadurch empfindet,
dass häufig das Gedächtnis schwindet.
Weshalb man alles fein notiert
auf Zetteln, die man prompt verliert.
Man wird halt dümmer, krummer, stummer.
Was ist dagegen schon zu tun?
Nur leider wird man gegen Kummer
niemals immun.
Man muss sich täglich neu bewähren,
wo soll man sich denn noch beschweren?
Man resigniert und übt Geduld ...
wer _____ wird, ist selber Schuld!
(Autor unbekannt)
Wenn man nullt
Wenn man zum ersten Male nullt,
ist um einen viel Tumult.
Ein neuer Erdenbürger ist man nun,
jetzt haben die Eltern viel zu tun.
Man nimmt eigentlich noch gar nichts wahr,
man ist noch null, noch gar kein Jahr.
Und auf 'nen Klaps, ganz unerwartet,
da wird der erste Schrei gestartet.
Kaum ist man da, man glaubt es kaum,
wird man zum ersten Mal verhau'n.
Beim ersten Mal erfreut's Geschrei,
doch das ist später bald vorbei.
Wird man nun erst einmal zehn,
so ist das meist für Eltern schön.
Weil, wie das nun so einmal ist,
man aus dem Allergröbsten ist.
Man selber wünscht voll Ungeduld,
dass man zum zweiten Male nullt.
Dann steht man mitten drin im Leben,
ist voller Schwung und voller Streben.
Nullt man nun zum dritten Mal,
ist das noch immer keine Qual.
Jetzt stehen Körper und Gemüte
erst richtig in der Blüte.
Kaum aber hat man sich versehn,
wird man zum vierten Male zehn;
ist froh - ja - überschwänglich
und gern komplimentempfänglich.
Wenn aber - wie ein lieber Freund -
die Null zum fünften Mal erscheint,
dann steht man doch verwundert
vor diesem halben Hundert.
Man fragt sich mit naivem Sinn
wo ist denn all die Zeit bloß hin?
Und rauft sich wohl die Haare
ob dieser fünfzig Jahre.
Gemütlich - sagt man - soll's jetzt geh'n.
Na ja, Gelassenheit ist schön!
Jedoch auch diese rächt sich,
denn plötzlich biste "sechzig".
Nun weiß das zwar ein jedes Kind,
dass dies die besten Jahre sind.
Nur manche sehen das nicht ein,
wollen gar noch jünger sein.
Viele kriegen sogar noch Schrullen,
sie wollen rückwärts nullen.
Aber man soll mit seinen Jahren
nicht undankbar verfahren.
Warum auch sollte man sich müh'n,
die Jahre wieder abzuzieh'n,
die doch dem lieben Leben
so manchen Glanz gegeben.
Mit "siebzig" hat man es geschafft,
steckt voll Erfahrung, Mut und Kraft
und trägt des Lebens Bürde
noch leicht und doch mit Würde.
D'rum lasst uns mit dem Wunsche trinken,
dass noch viele schöne Jahre winken.
Unserem ...... gilt der Toast
und alle sagen fröhlich "Prost!"
(Autor unbekannt)
